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Welche Beleuchtungsstärke benötige ich?

In der Lichtplanung stellt die Beleuchtungsstärke für jeden Anwendungsbereich mit einer künstlichen Lichtquelle den wichtigsten beleuchtungstechnischen Planungswert dar und sollte somit bei jeder Lichtlösung berücksichtigt werden. Doch was wird darunter verstanden und welche Beleuchtungsstärke sollte in den jeweiligen Anwendungsbereichen gegeben sein? Folgender Beitrag soll darüber aufklären und Ihnen bei der Wahl der richtigen Lichtlösung helfen.

 

Was ist die Beleuchtungsstärke?

Die Beleuchtungsstärke einer künstlichen Lichtquelle wird durch die Maßeinheit Lux (lx) angegeben. Anhand der Beleuchtungsstärke kann bestimmt werden, wie viel Licht auf eine bestimmte Fläche trifft. Aufgrund von Verwechselungsgefahr zwischen Lumen und Lux, welche aus unseren Kundengesprächen hervorging, wollen wir Ihnen kurz den Unterschied erklären: Die Maßeinheit Lumen (lm) besagt lediglich, wie viel Licht aus der Lichtquelle in alle Richtungen austritt, nicht aber die Lichtstärke, die auf eine bestimmte Fläche trifft (siehe Abbildung 1). Somit kann durch die Beleuchtungsstärke (Lux) explizit bestimmt werden, wie stark das Licht wirklich auf dem Arbeitsbereich sein wird. Resultierend daraus entsteht ein Helligkeitseindruck, welcher bei einem hohen Lux-Wert als sehr hell wahrgenommen wird und umgekehrt. Je nach Abstand der Lichtquelle von der Arbeitsfläche wird dieser Wert beeinflusst und ergibt bei einem großen Abstand einen niedrigen Lux-Wert und bei einem kleinen Abstand einen hohen Lux-Wert.

Welche Beleuchtungsstärke (Lux) benötige ich? Unterschied zwischen Lumen und Lux

Abbildung 1: Unterschied zwischen Lux und Lumen einer künstlichen Lichtquelle

 

Welche Beleuchtungsstärke für welchen Anwendungsbereich?

Eine unzureichende Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz kann zur schnellen Ermüdung der Augen und somit auch zu schlechten Arbeitsergebnissen führen. Daher ist es unabdinglich, die Beleuchtungsstärke je nach Einsatzbereich differenziert zu bestimmen. Da es in unserem Arbeitsalltag sehr viele individuelle Sehaufgaben gibt, wurde in der Arbeitsrichtlinie Din 12464-1 "Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten" die Mindestanforderung an die Beleuchtungsstärke für sämtliche Anwendungsbereiche definiert. Erfahrungen mit Kunden zeigten jedoch, dass in der Praxis zum Teil weitaus höhere Beleuchtungsstärken als die in der Norm definierten Mindestanforderungen gebraucht werden, um die gewünschten Sehbedingungen zu schaffen.

Folglich wollen wir Ihnen unsere Empfehlungen aufgrund von Erfahrungen mit Kunden für die verschiedenen Anwendungsbereiche mitgeben.

Zahntechnik

Für die Anwendungsbereiche in der Zahntechnik wird eine Empfehlung von 1000-1500 Lux in der DIN-Norm ausgesprochen. Wir empfehlen jedoch aus Erfahrung mit vielen unserer Kunden aus der Zahntechnik eine Beleuchtungsstärke von mindestens 2800 Lux - 3300 Lux.

Uhrmacher

Uhrmachern empfehlen wir ähnlich wie bei dem Zahntechniker eine Beleuchtungsstärke von mindestens 2800 Lux - 3300 Lux für konzentriertes Arbeiten an kleinen Teilchen.

Goldschmiede

Für den Anwendungsbereich eines Goldschmieds empfehlen wir eine Beleuchtungsstärke von 2800 Lux - 3300 Lux.

Modellbauer

Für den Arbeitsplatz von Modellbauern eignen sich Beleuchtungsstärken von 1000 Lux - 3300 Lux. Aber auch hier gilt, dass bei Feinarbeiten eine höhere Beleuchtungsstärke bevorzugt werden soll.

Werkstatt

Je nach Tätigkeit in Ihrer Werkstatt kann die Beleuchtungsstärke von Werten zwischen 200 Lux - 300 Lux (Schweißen, Reparaturarbeiten an Motoren), 1000 Lux (Lackieren) oder 1500 Lux (Endkontrolle, Qualitätsprüfung) variieren. Auch hier empfehlen wir wieder lieber eine höhere Beleuchtungsstärke zu wählen, damit ausreichend Licht für die zu bewältigende Sehaufgabe geboten wird.

Fliegenbinder

Fliegenbindern raten wir zu einer Leuchte mit einer Beleuchtungsstärke von mindestens 1500 Lux, damit die Farben der zu bindenden Fliegen gut sichtbar werden.

 

Gelenkarmleuchte, Lupenleuchte, Flexarmleuchte oder Zugpendelleuchte?

Das ist die Entscheidung des Anwenders und der Beschaffenheit des Einsatzbereiches. Alle Varianten können identische Beleuchtungsstärken hervorbringen. Wer aber lieber den Tisch frei haben möchte, nimmt eine Zugpendelleuchte. Wer den Leuchtenkopf nah am Arbeitsobjekt haben möchte, weil dies der individuellen Arbeitsweise entspricht oder die Sehaufgabe dies fordert, sollte immer eine Gelenkleuchte, Flexarmleuchte oder bei Bedarf einer Vergrößerung des Objektes eine Lupenleuchte nehmen! Sollte eine Beleuchtung für den ganzen Raum und der Arbeitsfläche benötigt werden, kann ein Zusammenspiel zwischen einer Zugpendelleuchte und einer Tischlampe (Gelenkleuchte, Flexarmleuchte und Lupenleuchte) für eine noch bessere Lichtatmosphäre sorgen.

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